Galerie.Z
   

Stefan Zsaitsits
Es

Ausstellungseröffnung                    Donnerstag, 19. Okt.  2017| 19.30 Uhr
Der Künstler ist anwesend                        

Es spricht                                         Mag. Margot Prax

Ausstellungsdauer                           19|10|2017 - 18|11|2017

 

Einblicke in Seelenlandschaften

Im Oktober widmet sich die Galerie.Z in Hard mit Stefan Zsaitsits der Zeichnung in seiner puristischsten Ausprägung: Bleistift und Papier. Das ist alles, was der Absolvent der Universität für angewandte Kunst in Wien braucht, um wundersam betörende und zugleich verstörende Bilder von atmosphärischer Dichte entstehen zu lassen. Entgegen dem gängigen Trend zu Großformat und Techniktüfteleien hat sich der junge Niederösterreicher nach seinem Studium auf die Disziplin der Handgrafik spezialisiert, womit er dank der exquisiten Qualität und Einzigartigkeit seiner Arbeiten bald reüssierte.

Vordergründiges und Abgründiges
Leitmotiv seiner Ausstellungen wie "Plumbum", " Kopfgesänge",  Zwischen Luv und Lee" sowie der aktuellen Schau "Es" sind menschliche Köpfe in surrealen Umgebungen und mehrdeutigen Gemütsverfassungen. Als Kopfzeichner präsentiert Stefan Zsaitsits vordergründig meist  ausdruckslose, leere Gesichter, die zwischen Melancholie und Ausweglosigkeit oszillieren. Kulleraugen und harmloses Antlitz bedienen zwar das Kindchenschema, dennoch erahnt man die darin keimenden Ungeheuerlichkeiten und Monstrositäten. Abgründe tun sich auf, wenn die von Ästen und Pflanzen überwucherten, von Menschchen besetzten Köpfe in  skurrilen und absurd anmutenden Situationen gefangen sind. Wahnbilder steigen auf, ziehen die Betrachter in einen Sog von schaurig Schönem und faszinierend Bedrohlichem. Stefan Zsaitsits' Psycho - Cocktail entfaltet seine dämonische Wirkung unweigerlich.

Büchse der Pandora
Die Gestalten, die allesamt der Phantasie des Künstlers entspringen, lassen auf ein wenig optimistisches Menschenbild schließen. Modell benötigt er dafür keines. Sein  Einfallsreichtum und seine elektrisierend, hypnotische Strichführung genügen, um die Büchse der Pandora zu öffnen, das Mirakulum Mensch in all seinen Facetten zu zeigen.
Am Beispiel " Geisterbahn" spürt man förmlich, welch Schauder der Fahrgast zu gewärtigen hat. Auch in den Arbeiten mit den so unspektakulären Titeln "Karotte" und "Wanne" verheißt die jeweilige Situation nichts Erfreuliches, wenngleich die Lösung den Betrachtern offen steht.
Stefan Zsaitsits bietet lediglich Vorschläge an. Das Rätsel Mensch zu lösen, überlässt er jedem einzelnen. Ob man bei "Es" an Sigmund Freud denkt oder an den gleichnamigen Horror - Klassiker von Stephen King oder an etwas völlig Anderes, die Entscheidung trifft jeder für sich selbst.

Stefan Zsaitsits
Karotte
50 x 40 cm
2017
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