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Bruno Wildbach
Pirlo

Bruno Wildbach - „An Ocean in between the waves“

Ausstellungseröffnung:               Do 22.11 2018 | 19:30 Uhr
Gespräch mit dem Künstler

Ausstellungsdauer: 22.11.2018 - 22.12.2018

Die Ausstellungen von Bruno Wildbach zeichnen sich nicht nur durch eine spezifische Zusammenschau neuerer und älterer Arbeiten aus, sondern immer auch durch eine thematische Folie, die der Werkauswahl als Entstehungs-hintergrund und Deutungshilfe zugrunde liegt.
War es bei J.A.M (2012) die Auseinandersetzung mit Joseph Conrad und den Untiefen des menschlichen Herzens, bei COAST (2013) jene mit der Metapher der Künste als prekärer Standort im stürmischen Wechselspiel der Gezeiten und bei CURCUMA (2014) die poetische Analyse von kolonialer Exotik und postkolonialem Verfall, so war es bei LAS ENTCANTADAS (2017) die naturwissenschaftliche Vermessung der Welt im 19. Jahrhundert, die Ausstellung „An ocean in between the waves“ führt die Thematik von LAS ENTCANTADAS fort.

Viele Künstler haben sich schon im 19. Jahrhundert auf die Spuren von Alexander von Humboldt und Charles Darwin gemacht und jene Orte aufgesucht, von denen die beiden Forscher so bildhaft berichtet haben.
In der Verbindung von literarischer Vorlage, eigenen Eindrücken und spätromantischer Überhöhung entstanden vor allem von amerikanischen Malern eindrückliche Gemälde, die das Unbekannte und Exotische mit dem Unberührten und Paradiesischen verknüpften.

Nun ist Wildbach weder Naturforscher, noch Empiriker, noch Maler der Wissenschaft. Auch ist er kein Abenteurer, der sich auf ferne Reisen begibt um die wilde Natur zu erkunden und abzubilden. Wildbach malt Bilder nach Bildern, kombiniert diese und modifiziert sie. Bis zu einem gewissen Maße ähnelt seine Arbeitsweise der von Caspar David Friedrich. Für Friedrich war topographische Exaktheit nie ein Ziel, vielmehr kombinierte er in seinen Gemälden verschiedene Studien aus unterschiedlichen Zeiten und Zusammenhängen, wie auch Wildbach verschiedene Vorlagen aus unterschiedlichen Zeiten und Kontexten miteinander verschränkt. Gemeinsam ist ihnen als Künstler auch jene Fähigkeit, die Humboldt und Darwin als Naturforscher besaßen, nämlich sich auf die kleinsten Einzelheiten konzentrieren zu können ohne das Große Ganze aus den Augen zu verlieren. Diese flexible Perspektive ermöglichet es ihnen, die Welt auf eine vollkommen neue Weise zu sehen und zu verstehen.

Wildbach gibt sich dabei aber keiner Illusion hin. Seine Bilder sind immer auch Offenlegung der Konstruktion, Sichtbarmachung des Bildes als gemaltes Erzeugnis. Seine abstrakt-gestischen Unter- und Übermalungen entsprechen Novalis´ Forderung, dass in jedem Meisterwerk das Chaos durch den Flor der Ordnung schimmern solle. Die zeittypische Faszination für das  Chaos fiel interessanter Weise mit dem zeitgleichen Versuch einer umfassenden wissenschaftlichen Vermessung und Analyse der Welt zusammen, als wollte man das Chaos durch Wissen aus der Welt verbannen.
Wildbachs Naturdarstellungen sind „Landschaftsporträts“, jedoch nicht in dem Sinn, dass sie die Natur nach streng realitätsgetreuen Maßstäben wiedergeben, sondern, dass seine Landschaften immer auch Innenansichten sind und damit weniger die Züge als den Charakter seine Person wiederspiegeln. 
Dieser Blick nach innen zeichnet auch seine echten Porträts aus, die wie von Naturerscheinungen durchzogen erscheinen.
Gesichtslandschaften, die viel von der Zeit und dem jeweiligen Klima preisgeben.
Die stille Melancholie, die vielen von seinen Bildern zugrunde liegt, zeigt sein Streben, über den scheinbaren Realismus seiner Technik und Ästhetik die Verschmelzung einer subjektiven Innensicht – in früheren Jahrhunderten hätte man „Seele“ gesagt – mit einer objektiven universellen Ordnung. Und Stimmung war für Wassily Kandinsky bekannter Weise jener Einklang zwischen Kunst und Natur, der jeder Abstraktion zugrunde lag.

© Roman Grabner

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